Einjährige Fortbildung in "Die INPP-Methode der neuromotorischen Entwicklungsförderung"

EINFÜHRUNG

Das INPP Chester hat auf der Grundlage seiner Forschungen über Auswirkungen persistierender primitiver Reflexe auf die weitere Entwicklung eines Kindes einen Therapieansatz entwickelt, der aus spezifischen Bewegungsübungen besteht, die der nachträglichen Ausreifung und Hemmung noch bestehender primitiver Reflexe dienen.
Nach einer gründlichen Überprüfung des neuromotorischen Entwicklungsstandes wird je nach Entwicklungsprofil ein für jedes Kind individuelles Übungsprogramm aus spezifischen Bewegungssequenzen zusammengestellt, das es unter Anleitung und regelmäßiger Supervision täglich zu Hause etwa ein bis eineinhalb Jahre lang durchführen soll.

Die Wirksamkeit dieses Ansatzes wurde inzwischen nach standardisierten wissenschaftlichen Methoden in einer Doppeltblindstudie nachgewiesen (vgl. "The Lancet", 2/2000)

INPP Deutschland mit der ihm angeschlossenen International School for Neuro-Developmental Training and Research (ISND) bietet für Personen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsauffälligkeiten auf bestimmten Funktionsebenen des Zentralen Nervensystems zu tun haben, die durch übliche Fördermaßnahmen nicht behoben werden konnten, einen Fortbildungskurs als Zusatzqualifikation an. In diesem vierteiligen, etwa 1 Jahr dauernden Kurs werden die Teilnehmer neben der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen gründlich in die einzelnen Therapieschritte (Anamnese, Befundung, Übungsprogramm) des Behandlungsprogramms eingewiesen.

 

ZIELGRUPPE
Berufstätige, die mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen neurophysiologischer Entwicklungsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen zu tun haben, insbes. Pädagogen, Psychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Kinderärzte.


DAS KONZEPT
Das in Chester/England ansässige von Dr. Peter Blythe gegründete Institut für Neuro-Physiologische Psychologie (INPP), nun unter Leitung von Sally Goddard Blythe, hat in langjähriger Forschungsarbeit herausgefunden, dass bei einem hohen Prozentsatz jener Kinder mit (über) durchschnittlicher Intelligenz, die jedoch spezifische Lern- Verhaltens- und Bewegungsprobleme haben, die durch bisherige Bemühungen und / oder herkömmliche Therapieprogramme nicht behoben werden konnten, noch eine Reihe primitiver (frühkindlicher) Reflexe fortbestehen.

Jedes Kind wird mit einem Set frühkindlicher Reflexe (auch "Überlebensreflexe" genannt) geboren. Mit dem Fortschreiten der Gehirnreifung und der damit verbundenen Entwicklung der Willkürmotorik müssen diese ersten (primitiven) Reflexe, die bis dahin die kindliche Entwicklung vorangetrieben haben, gehemmt oder in so genannte Haltungsreflexe transformiert werden. Diese ermöglichen es dem Kind, sich nach einer Phase gründlicher Einübung im Laufe des ersten Lebensjahres in allen nur erdenklichen Bewegungsmustern und Körperpositionen mühelos und ohne darüber nachzudenken zu bewegen. Läuft dieser Entwicklungsprozess aufgrund prä-, peri- oder postnataler Störungen nicht "nach Plan", können einige der primitiven Reflexe im Körper "aktiv" bleiben und die nachfolgende Entwicklung der Bewegung, der Augenmuskulatur, der Augen-Handkoordination, der Lateralisierung und der Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigen. Ein solches Kind kann bei der Ausführung alltäglicher Aufgaben nicht sein volles Potential entfalten, obwohl es allem Anschein nach "normal" ist. Zu den eigentlichen Problemen gesellen sich dann häufig Verhaltensprobleme wie Hyperaktivität und Ängste.

Die Möglichkeit, mit dem vom INPP Chester entwickelten Test- und Behandlungsinstrumentarium hinter vielen Lern-, Verhaltens-, Bewegungs- und Wahrnehmungsproblemen bei Kindern und Jugendlichen neuromotorische Entwicklungsverzögerungen in Gestalt persistierender Restreaktionen primitiver Reflexe zu entdecken, eröffnet damit ganz neue Chancen, diesen Kindern zu helfen, indem an den Ursachen und nicht an den Symptomen angesetzt wird.

 

KURSINHALTE
Die insgesamt etwa 12 - 14 Monate dauernde Kurssequenz wird unter der Leitung von Thake Hansen-Lauff, Fortbildungsleiterin der International School for Neuro-Developmental Training and Research (ISND) und Repräsentantin des INPP/Chester in Deutschland in vier einwöchigen Intensivkursen mit dazwischen liegenden Praxis- und Literaturphasen durchgeführt.

 

Teil I

Einführung in Aufbau und Funktionsweise des ZNS

  • Die normale neuromotorische Entwicklung des Kindes
  • Die Herausbildung und Hemmung intrauteriner und primitiver Reflexe und ihr Einfluss auf die frühkindliche Entwicklung
  • Fragebogen zur kindlichen Anamnese

Praxisphase
Literaturstudium und Abfassung einer schriftlichen Arbeit über einen thematischen Schwerpunkt; Durchführung von 6 - 8 Elternbefragungen

 

Teil II

Einführung in die Überprüfung des neuromotorischen Entwicklungsstandes eines Kindes.

Die Überprüfung umfasst u.a. die Bereiche:

  • Grob- und Feinmotorische Koordination und Gleichgewicht
  • Aberrante primitive Reflexe und Haltungsreaktionen
  • Kleinhirnbeteiligung
  • Augenmuskelmotorik und visuelle Wahrnehmung
  • Seitigkeitsentwicklung

Praxisphase
Abfassung einer schriftlichen Arbeit; Durchführung von 6 - 8 vollständigen diagnostischen Überprüfungen

 

Teil III

  • Fragen und Probleme hinsichtlich der Diagnostik
  • Einführung in das "Report Reading" (ausführliche Erläuterung der Testergebnisse)
  • Einweisung in die vom INPP entwickelten spezifischen Bewegungsübungen zur Reflexausreifung bzw. -Reflexhemmung
  • Einweisung in die Durchführung der nachfolgenden "Reviews" (Wiedervorstellungen).

Praxisphase
Praxiserfahrungen mit dem Bewegungsübungsprogramm bei mindestens vier Kindern und Durchführung von 1- 2 Reviews

 

Teil IV

  • Supervision
  • Vorstellen und Besprechen von Fallbeispielen
  • Erweiterung des Repertoires an Bewegungsübungen
  • Abschlussprüfung bestehend aus je 2 schriftlichen Tests zur Theorie und Praxis des Behandlungsansatzes.


Mit bestandener Abschlussprüfung wird Ihnen durch Zertifikat die Befähigung zum "INPP-Neuromotorischen Entwicklungsförderer"  bescheinigt. In den beiden darauf folgenden Jahren findet jeweils ein obligatorisches Supervisionswochenende für die Kursteilnehmer statt. Danach wird alle zwei bis drei Jahre die Teilnahme an einer Supervisionsveranstaltung erwartet.

 

Nach Beendigung der Weiterbildung werden Sie per Vertrag assoziiertes Mitglied von INPP International. Zum 1. September eines jeden Jahres wird eine Gebühr in Höhe von Euro 96,00 erhoben.

 

FAKTEN

 

  • Unser Schulungsort ist Laboe (Kiel) an der Ostsee. Adresse: Katzbek 14, 24235 Laboe
  • Die Kurse beginnen montags um 10:00 Uhr und enden freitags am Nachmittag
  • Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 10, minimal 6 begrenzt. Es zählt die Reihenfolge der Bewerbungseingänge.
  • Die Gebühr pro Kurseinheit beträgt 775,- (inkl. Pausenverpflegung, ausgenommen Mittagessen)Bewerbungsschluss: 2 Monate vor Kursbeginn
  • Nach schriftlicher Bestätigung Ihrer Anmeldung wird gebeten, eine Anmeldegebühr in Höhe von 150,- € auf das Konto Nr.: 600 50 820, BLZ: 210 501 70 zu überweisen. Dann ist Ihnen der Kursplatz sicher. Die Anmeldegebühr ist Teil der Kursgebühr und wird zurückerstattet, sollte a) der Kurs nicht stattfinden und b) ein Rücktritt vom Kurs bis 6 Monate vor Kursbeginn erfolgen. Bei Rücktritt bis zu 8 Wochen vor Kursbeginn wird je nach Zeitpunkt gestaffelt eine Bearbeitungsgebühr bis max. 150,- € berechnet. Bei späterer Abmeldung werden 75 % der Teilnahmegebühr berechnet, sollte kein Nachrücker da sein.
  • Die restliche Kursgebühr in Höhe von 625,- € erbitte ich, spätestens 4 Wochen vor Kursbeginn auf das oben angegebene Konto zu überweisen.
  • Ca. 2 Monate vor Kursbeginn werden Sie weitere Informationen über den Ablauf der Seminare, eine Literaturliste, Wegbeschreibung etc. erhalten.